Sexuelle Gewalt - nein Danke

Was ist sexuelle Gewalt?

Sexuelle Gewalt...

..ist, wenn Mädchen und Jungen gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen überredet oder gezwungen werden.

..ist, wenn eine Person ihre Machtposition, die Unwissenheit, das Vertrauen oder die Abhängigkeit eines Jungen und Mädchen benutzt zur Befriedigung der eigenen sexuellen Bedürfnisse.

..beginnt häufig mit anzüglichen Blicken und Worten über den Körper (z.B. Brust oder Po) oder mit scheinbar zufälligen sexuellen Berührungen.

..kann weitergehen mit erzwungenen Küssen, eindringen von Gegenständen, Fingern, Zunge oder Penis in Mund, After oder Scheide.

..ist die Aufforderung zu sexuellen Handlungen im Internet oder live, z.B. pornographische Bilder ansehen müssen oder sexuelle Anmache im Chat.

..macht es Mädchen und Jungen schwer, darüber zu reden.

Was steht im Gesetz?

Im Strafgesetzbuch steht, was verboten ist. Jemand kann für ein solches Verhalten bestraft werden, wenn die Polizei davon erfährt, z.B. dadurch, dass du eine Anzeige machst. Bevor du eine Anzeige machst, ist es gut, wenn du dich beraten lässt. Infos dazu » findest du hier. Das Gesetz bezeichnet Personen bis zum 14. Geburtstag als Kinder und danach als Jugendliche.

Mit Kindern darf keiner - der über 13 Jahre alt ist - sexuelle Dinge tun oder ihnen sexuelle Dinge an sich selbst, Anderen oder in Filmen zeigen. Auch nicht, wenn die Kinder dies selbst tun oder sehen wollen, z.B. weil sie neugierig sind. Wer älter als 13 Jahre ist, hat hier die Verantwortung. Wenn du also unter 14 Jahre alt bist und jemand über 14 hat sexuelle Dinge mit dir getan, bist du nie Schuld und es kommt auch nicht darauf an, ob du gewollt oder dich gewehrt hast oder nicht.

Willst Du noch mehr erfahren, dann  » öffne die PDF

Wer macht so was?

Niemand kann einer Person ansehen, dass sie Kinder oder Jugendliche sexuell missbraucht.

Die Täter sind in der Regel Männer. Es gibt auch sexuelle Gewalt durch Frauen oder Jugendliche. Meistens sind es vertraute Menschen!

Sexueller Missbrauch passiert in der Familie, Schule, Nachbarschaft und Freizeit z. B. im Verein oder auf Jugendfahrten, in der Kirche oder anderen sozialen Einrichtungen.

Die Täter/innen wollen Macht über andere spüren und üben dazu sexuelle Gewalt aus. Sie nutzen das Vertrauen oder ihre Stellung (in Familie, Schule...) aus. Oft setzen sie betroffene Mädchen oder Jungen unter Druck, nichts zu verraten oder drohen mit schlimmen Folgen. Sie fühlen sich nicht verantwortlich - sondern selbst als Opfer. Das ist nicht okay. Denn die Verantwortung für das Handeln liegt beim Erwachsenen.

Und dann?

Das alles kann total verwirren und durcheinander machen.
Zwischen Ekel und Wut, Angst und Scham kann es auch positive Gefühle zu der Person geben. Denn meistens ist es eine wichtige Person. Das macht Gefühlschaos!!

Häufige Folgen sind Schlafstörungen, Ängste, Kopf-/Bauchschmerzen oder Gedanken, dass alles keinen Sinn mehr macht. Mit dem Erlebten klarzukommen ist schwer.

Totaler Rückzug ins Schneckenhaus, selbstverletzendes Verhalten oder viel Alkohol sind Versuche, alles zu vergessen oder ungeschehen zu machen. Sie helfen aber nicht wirklich. Auf Dauer machen sie alles nur schlimmer.

Betroffene fühlen sich allein mit dem belastenden Geheimnis und trauen sich nicht, mit jemandem zu sprechen.

Jede/r ist anders und sucht für sich einen Weg, um weiterzumachen.
Es kann helfen, sich anderen anzuvertrauen.
Reden. Trotz allem!

Wer kann helfen in Essen?

Es ist kein Verrat, mit jemandem darüber zu sprechen.
Hilfe holen ist mutig und stark.
Rede mit jemandem, dem Du vertraust.
Manchmal braucht es Zeit, bis jemand Dich richtig versteht.

Notrufnummer:

0201 - 26 50 50 Jugendamt (24 Stunden erreichbar)

Hier findet Ihr alle Beratungsstellen (Karte und Link)  »Pdf

Das Angebot ist kostenfrei und streng vertraulich. Du kannst auch anonym bleiben. Bei einem persönlichen Gespräch kannst du gerne jemanden mitnehmen.

Und hier gibt es Online-Beratung und Austausch:

www.bke-jugendberatung.de
www.liebe-lore.de